Orientierung am ErstgeschlüpftenBlesshühner erkennen ihre Küken
Wie entscheiden Blesshühner, welches die eigenen und welches die Küken von Brutparasiten wie Kuckucken sind? Die Lösung ist einfach, aber wenig flexibel, berichtet ein Team um Bruce Lyon von der University of California in Santa Cruz.
Die Vögel (Fulica americana) orientieren sich am Erstgeschlüpften. Dieses wird zum "Standard" der jeweiligen Brutsaison. Küken, die anders aussehen als das erste, fliegen aus dem Nest, berichtet das Team im Journal "Nature".
Dieser Mechanismus kann allerdings danebengehen, ergänzen die Forscher. Wenn der Parasit aus dem eingeschummelten Ei als erstes Küken schlüpft, wird er zum "Standard" – und die später aus dem Ei kriechenden eigenen Küken werden von den Blesshühnern als "anders" eingestuft und eliminiert. Diesen Fall führten die Forscher in ihren Experimenten auch künstlich herbei. Damit sei gezeigt, dass es bei den Vögeln einen entsprechenden Lernprozess gibt. Dieser kann zudem in jedem Jahr neu ablaufen – Eltern, die in einem Jahr als erstes einen Parasiten sahen, können im nächsten also wieder die reguläre Brut großziehen.
Die Forscher weisen darauf hin, dass diese Strategie allerdings nur dann hilfreich ist, wenn die Parasiten nur selten vor den eigenen Jungen schlüpfen. Tatsächlich schlüpfen junge Kuckucke so früh wie möglich aus dem Ei. Die US-Gruppe will nun unter anderem herausfinden, aufgrund welcher Merkmale die Blesshühner entscheiden – ob am Geruch, der Gefiederfarbe oder den Tönen.